parrotta

 

Timm Rautert
ENDLICHE ZEIT - Neue Portraits von Timm Rautert mit Menschenbildern von Kristleifur Björnsson, Göran Gnaudschun, Bernhard Fuchs, Grit Hachmeister, Frank Höhle, Margret Hoppe, Tobias Zielony
STUTTGART: 18. September - 11. November 2011 Rezension Stuttgarter Nachrichten 01 02

Timm Rautert »Salomé, 30 – Dominik, 30 – Anais Marika, 7 Monate« Berlin, 2010 (Mitteltafel)

Timm Rautert »Endliche Zeit«

Anlässlich des siebzigsten Geburtstages von Timm Rautert zeigt die Galerie Parrotta Contemporary Art eine Ausstellung zu fotografischen Menschenbildern, welche die Unterschiedlichkeit von menschlichen Beziehungen und Gemeinschaften zum Ausdruck bringt.
Timm Rautert zeigt erstmals einen größeren Teil seiner neuen Arbeit ANFANG. Für zwei weitere Räume der Galerie hat Timm Rautert einige seiner MeisterschülerInnen, die sich explizit mit dem Bild des Menschen auseinandersetzen, eingeladen ihre Arbeiten zu zeigen: Kristleifur Björnsson, Göran Gnaudschun, Bernhard Fuchs, Grit Hachmeister, Frank Höhle, Margret Hoppe, Tobias Zielony.
Timm Rauterts 2008 begonnene und sich weiter fortsetzendes Projekt ANFANG handelt von jungen Paaren, die sich entschlossen haben gemeinsam mit Kindern zu leben. Die Farbfotografien zeigen, jeweils in einem Triptychon, mittig das junge Paar mit Kind, oder den Kindern. Die Kamera schaut dann nach links und rechts, ohne den eingenommenen Standpunkt zu verlassen und formuliert so das private Umfeld des Paares.
Raum und Zeit fallen zusammen, in diesem Anfang ist ordnen und zerfallen eins. Zerteilt in die drei Bilder des Triptychons, wird die Aufmerksamkeit des Betrachters besonders gefordert, er wird zum Zuschauer, der sich selber sieht, den Anfang schaut, vielleicht aber das Ende ahnt. Hier ist nicht ein Ende der Beziehung gemeint, Rautert geht es in diesen, wie in vielen seiner Bilder, um unser ständiges Bemühen einen Anfang zu finden, dem eine Dauer innewohnt. Die uns zur Verfügung stehende endliche Zeit steht dem entgegen:
»Uns überfüllts. Wir ordnens. Es zerfällt. Wir ordnens wieder und zerfallen selbst.« R.M. Rilke

KÜNSTLERGESPRÄCH: Donnerstag, 20. Oktober 2011, 19.30 Uhr, Prof. Dr. Hans-Dieter Huber im Gespräch mit Prof. em. Timm Rautert. PRESSEMITTEILUNG PRESS RELEASE

 

Timm Rautert »No Photographing«

"1974 reist der junge Fotograf Timm Rautert nach Pennsylvania, USA um die zu fotografieren, die sich eigentlich nicht fotografieren lassen: Die Amish, eine täuferisch-protestantische Glaubensgemeinschaft. Vier Jahre später fährt er wieder nach Amerika, diesmal zu den Hutterern. Er will mehr erfahren über diese frühchristlichen Gemeinschaften, die streng nach den zehn Geboten leben und das Bilderverbot der Bibel so weit auslegen, dass selbst ein Ausweis ohne Foto auskommen muss. Dieses Buch vereint zum ersten Mal, die beiden für das spätere Werk Timm Rauterts entscheidenden Serien." (c) Verlag Steidl Göttingen